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DAS Konzert "Jazz for fun"
“The Berlin Jazz Orchestra” unter der Leitung von Jiggs Whigham USA
Manfred Krug
Uschi Brüning
Marc Secara
Ernst-Ludwig Petrowsky
Im Mai 2006 wurde der (runde) Geburtstag der begnadeten Jazzsängerin Uschi Brüning mit einer Gala in der Berliner Philharmonie begangen.
Vor ausverkauftem Haus spielten Freunde und Kollegen ein gefeiertes Konzert für und mit der Brüning: Marc Secara und sein Berlin Jazz Orchestra, unter der Leitung von Jiggs Whigham, ErnstLudwig Petrowsky und natürlich ihr langjähriger Bühnenpartner Manfred Krug.
Nach vielen Zugaben und standing ovations war allen Beteiligten klar: Dieser Abend muss wiederholt werden!
Das Programm ist gefunden, die Arrangements sind geschrieben und die Tournee ist gebucht.
Herausgekommen ist ein Konzertprogramm, in dem verschiedene Jazz-, Blues- und Swingtitel zu hören sind, alle individuell interpretiert von Krug, Brüning und Secara.
Den „Klangkörper“ bildet das Berlin Jazz Orchestra. Bemerkenswert jung, bemerkenswert talentiert: eigentlich kein übliches Urteil über eine Big Band. Aber das Berlin Jazz Orchestra ist eben auch keine übliche Big Band. Das 19-köpfige Orchester, unter der Leitung des ehemaligen RIAS-Dirigenten Jiggs Whigham, setzt sich aus hochkarätigen Profi-Musikern zusammen, denen die Freude am Spiel vom ersten bis zum letzten Ton anzumerken ist. Das Ergebnis sind ungewöhnliche Arrangements, viel jugendlicher Schwung und atemberaubende Soli.
Uschi Brüning: Seit den siebziger Jahren gilt Uschi Brüning unangefochten als die herausragende Jazzsängerin Deutschlands. In ihrer Laufbahn hat sie Erfahrungen mit Pop-, Rock- und Soul-beeinflusster Musik sowohl als Interpretin liedhafter Kompositionen gesammelt, sich jedoch gleichermaßen instinktiv und künstlerisch folgerichtig der Zusammenarbeit mit führenden Jazzmusikern zugewandt. Uschi Brünings Bandbreite reicht von Chanson, Blues, Gospel und Swingstandards bis hin zur Improvisation im Modern Jazz. Ihre kontinuierliche Profilierung als improvisierende Sängerin spiegelt sich nicht zuletzt in einer seit Jahren steigenden internationalen Wertschätzung wider.
Manfred Krug: Als singender Tatortkommissar ging er in die Krimigeschichte ein. Aber Manfred Krug ist mehr als die eine Hälfte von „Brocki und Stoever“, mehr auch als „Liebling Kreuzberg“. In der ehemaligen DDR war er bereits ein bekannter Jazz- und Chansonsänger, der Musik auf seine ganz eigene Art interpretiert. Aus dem Fernsehstudio zurückgekehrt auf die Bühne ist er seit 2001 mit seinen Konzertabenden Garant für charmante und witzige Unterhaltung.
ErnstLudwig Petrowsky: Der Autodidakt Petrowsky gilt als einer der Urväter des Jazz in der DDR. Er ist einer der bedeutendsten deutschen Musiker des modernen Jazz und hat bisher ca. 70 LPs und CDs eingespielt. Neben seinem Wirken als Saxophonist, Klarinettist und auf der Flöte ist er auch als Komponist und Autor tätig.
Jiggs Whigham: Bereits im Alter von 17 Jahren sorgte Jiggs Whigham als Solist und erster Posaunist des Glenn Miller Orchesters für Aufsehen und ist seither aus der internationalen Jazz-Szene nicht mehr wegzudenken. Neben seiner umfangreichen Arbeit für Rundfunk, Fernsehanstalten und Plattenfirmen spielte Whigham mit Größen wie Count Basie, Dizzy Gillespie, Dexter Gordon, Bud Shank, Bert Kaempfert, Peter Herbolzheimer, Tony Bennett, Lee Konitz, Bill Holman und Carl Fontana - um nur ein paar zu nennen. In Europa hat sich der amerikanische Starposaunist vor allem durch die Zusammenarbeit mit der RIAS Big Band Berlin, der BBC Big Band, der Swiss Radio Band und dem Metropol Orchestra einen Namen gemacht.
Marc Secara: „Marc Secara ist ein Jazzsänger, wie es nur noch ganz wenige gibt“ High End Journal Einer, der die große Tradition des Vocal-Jazz auch in Europa fortführt und dazu stilsicher Popelemente und Anklänge anspruchsvoller Liedermacher zu einem ganz eigenen Sound zusammenführt. „Marc Secara, der sich mit seiner souveränen Stimmführung, der gewaltigen Klangfülle und einer gehörigen Portion Gefühle spielend zu den großen seiner Zunft reiht.“ so äußert sich Talkmaster Alfred Biolek begeistert nach einem Konzert.
Ausführliche Informationen
THE BERLIN JAZZ ORCHESTRA
Bemerkenswert jung, bemerkenswert talentiert: eigentlich kein übliches Urteil über eine Big Band.
Aber das Berlin Jazz Orchestra ist eben auch keine übliche Big Band.
Das 19-köpfige Orchester unter der Leitung des ehemaligen RIAS-Dirigenten Jiggs Whigham setzt sich aus hochkarätigen Profi-Musikern zusammen, denen die Freude am Spiel vom ersten bis zum letzten Ton anzumerken ist. Das Ergebnis sind ungewöhnliche Arrangements, viel jugendlicher Schwung und atemberaubende Soli.
Style ist der klassische Big Band Sound der 50er Jahre. Eine Retrospektive, die durch die neuen Arrangements und den frischen Auftritt der Band gekonnt ins 21. Jahrhundert übersetzt wird. Oder - wie Jazzdimension es ausdrückt - diese Band macht "Big Band Musik wieder salonfähig".
Die großen Highlight waren das Classic Open Air 2003 am Berliner Gendarmenmarkt vor über 5.000 Menschen, zahlreiche Jazzfestivals und schlussendlich eine ausgedehnte Europatournee im Jahr 2004. Dem Orchester wurde die große Ehre zuteil, das kulturelle Willkommensgeschenk der BRD an die 10 neuen EU-Beitrittsländer zu sein. Als offizieller Vertreter der BRD machte sich das Orchester viele Freunde im Ausland.
Aufsehen erregte auch die Zusammenarbeit mit Entertainerlegende Dieter Hallervorden, der den ersten Auftritt seines Lebens mit Big Band zusammen mit dem BERLIN JAZZ ORCHESTRA feierte. Im Sommer 2006 stand das BERLIN JAZZ ORCHESTRA als Hauptact für Bundespräsident Horst Köhler beim Bundespräsidenten Sommerfest vor 5.000 Menschen auf der Bühne.
Gäste des Berlin Jazz Orchestra (Auswahl): Bill Ramsey (USA), Thomas Quasthoff, Manfred Krug, Dieter Hallervorden, Uschi Brüning, Judy Niemack (USA), Deborah J. Carter (USA), Alfred Biolek, Sylvia Vrethammar (SWE), Peter Weniger, David Friedman u.v.a.
JIGGS WHIGHAM
Der Posaunist, Komponist, Dirigent und Leiter der Jazzabteilung an der Hochschule für Musik Hanns Eisler, Jiggs Whigham, vereint viele Talente in sich. Geboren in Cleveland/Ohio, erhielt er schon mit sieben Jahren klassischen Klavierunterricht, aber erst mit dem Wechsel zur Posaune, vier Jahre später, hatte Whigham sein Instrument gefunden.
Bereits im Alter von 17 Jahren sorgte Jiggs Whigham dann als Solist und erster Posaunist des Glenn Miller Orchesters für Aufsehen und ist seither aus der internationalen Jazz-Szene nicht mehr wegzudenken. Nur zwei Jahre nach seinem spektakulären Debüt übernahm der junge Posaunist 1963 eine leitende Funktion bei Stan Kenton als Soloposaunist. Nach weiteren zwei Jahren als freischaffender Künstler in der New Yorker Musikszene ging Whigham als Solist nach Köln zu Kurt Edelhagens Jazz-Orchester beim WDR. 1966 gewann er den ersten Preis für Modern Jazz in Wien.
Neben seiner umfangreichen Arbeit für Rundfunk, Fernsehanstalten und Plattenfirmen spielte Whigham mit Größen wie Count Basie, Dizzy Gillespie, Dexter Gordon, Bud Shank, Bert Kaempfert, Peter Herbolzheimer, Tony Bennett, Lee Konitz, Bill Holman und Carl Fontana - um nur ein paar zu nennen.
In Europa hat sich der amerikanische Starposaunist vor allem durch die Zusammenarbeit mit der RIAS Big Band Berlin, der BBC Big Band, der Swiss Radio Band und dem Metropol Orchestra einen Namen gemacht. Sein jüngstes Big Band-Projekt ist die Arbeit mit dem Berlin Jazz Orchestra.
1979 wurde Whigham als Professor und Direktor des Fachbereiches Jazz-Popularmusik an die Kölner Musikhochschule berufen. 1995 folgte der Ruf als Professor und Direktor an die Berliner Hochschule für Musik "Hanns Eisler". Zwischen 2000 und 2001 arbeitete der vielbeschäftigte Künstler außerdem als Gast-Professor an der Indiana Universität.
MANFRED KRUG
Manfred Krug erblickte das Licht der damals noch nicht in Ost und West geteilten Welt in Duisburg. Am 8.Februar 1937 gebar die Mutter den gesunden Sohn, doch das Glück sollte nicht lange halten, denn die Ehe der Eltern scheiterte bereits im Krieg. Manfred wurde dem Vater zugesprochen, sein Bruder ging zur Mutter.
Sein Vater, der von Beruf Stahlschmelzer und Eisenhütteningenieur war, ging nach Leipzig, weil er nach dem Krieg im Westen keine Arbeit mehr fand. Aber erst in Brandenburg an der Havel bekam er die Beschäftigung, die er suchte. Als Betriebschef des dortigen Stahlwerkes holte er kurz darauf den zwölf jährigen Manfred, der bis dahin bei seiner Großmutter in Westdeutschland gewohnt hatte, zu sich. Doch "Manne", wie er liebesvoll von seinen Freunden genannt wird, findet sich in seiner neuen Heimat nur schwer zurecht. Er fühlte sich hin und her gerissen, flüchtete oft nach Westdeutschland zurück, wo er sich wohl fühlte.
Mit vierzehn wurde Manfred von seinem Vater zu den Stahlwerkern gesteckt. Er lernte den harten Beruf des Eisenhütten- Facharbeiters und besuchte gleichzeitig abends die Schule, um sich auf das Abitur vorzubereiten. Manfred Krug, der von 1951 bis 1954 im Stahlwerk arbeitete, trug etliche Narben am ganzen Körper davon, die von glühenden Stahlsplittern herrührten. Diese Unfälle mögen für Krug ein Grund mehr gewesen sein, dass er den vom Vater ausersehenen Beruf aufgab; zum Entsetzen des Vaters. Für Richard Krug stand fest, dass alle Familienangehörigen in gleichen Beruf tätig sein sollten. Manfred aber wollte endlich all den Druck seines autoritären Vaters abschütteln und sein eigenes Leben führen.
Manfred Krug setzte seinen Willen durch und ging 1954 nach Berlin an die Schauspielschule. Letztendlich brachte ein großes Polit- Melodram über die nordamerikanische Atomforschung, ein Film, der einen Rüstungswahnsinn darstellte, der über Leichen geht, Krug zur Schauspielerei. Doch große politische Filme haben Krug, wie er später erzählt, weniger interessiert. Eher waren es Kleinigkeiten und Einzelheiten ganz unterschiedlicher Werke, auf die er reagierte .An der Staatlichen Schauspielschule in Ostberlin erlernte er das Schauspielhandwerk von der Pike auf, doch auch hier wurde Krug zunehmend unzufriedener, vor allem mit dem Stil des Unterrichtes.
Nach einem guten Jahr wurde Krug von der Schule "entfernt". Doch es war nicht das mangelnde Talent, das ihm so viele Schwierigkeiten einbrachte, sondern vielmehr seine Aufmüpfigkeit und Unbeherrschtheit. So stand er 1955 auf der Straße. Was sollte er tun? In den Westen, zur Familie zurück, das wollte er nicht. Nach Brandenburg zu Vater noch weniger. Vom Ehrgeiz gepackt bewarb er sich bei Berthold Brechts ,,Berliner Ensemble", dem renommiertesten Theater der DDR.
Krugs Mut hatte sich gelohnt, er bekam einen Vertrag als Eleve, was soviel wie Komparse bedeutete. Bis 1957 blieb Krug Eleve am Schiffbauerdamm. Dann wagte er den Sprung ins freie Schauspiel. In der Zeit bei Brecht war sein Selbstbewusstsein gewachsen, so dass er sich nun mehr darauf vorbereitete das Erlernte aus eigener Kraft umzusetzen.
Krug entfaltete eine Aktivität in Sachen Eigenwerbung, die sich früher oder später bezahlt machen musste, auch wenn sie zunächst sein letztes Erspartes verschlang.
Sein erster Auftritt auf der Kinoleinwand blieb jedoch unspektakulär. In ,,Mazurka der Liebe" von 1957 erscheint er als ,,dünner, spacker Jungmensch" (Krug) in einer Szene, dreht sich kurz um, sagt: ,,Komm!" - und geht wieder. Noch im gleichen Jahr konnte man Krug in Kurt Maetzigs" Vergesst mir meine Traudel nicht" auf der Kinoleinwand sehen. In Filmen wie ,,Ein Mädchen von 16 ½" (1958) oder ,,Reportage 57"( 1959) profilierte Krug durch eine Darstellung, die auch den unsympathischsten Vertretern der jungen Generation noch nette Züge von Sorglosigkeit und Lebenslust verlieh.
Das Fernsehen verlangte den Schauspielern enorm viel ab. Damalige Filme wurden noch ,,live" ausgestrahlt. Dementsprechend hoch waren die Anforderungen an die Schauspieler. Nach meist nur zwei Wochen Probezeit musste der gesamte Text sitzen. Sein erster Versuch war die Fernsehkomödie ,,Die Talente" (1960); im gleichen Jahr folgte noch der DEFA- Film" Bevor der Blitz einschlägt". Hier wurden schon die später an Krug so geschätzten darstellerischen Mittel sichtbar: Ironie, antiautoritäres Verhalten und sein trockener Humor. Krugs komödiantisches Talent ist die Basis seiner Popularität. Krug hatte aber schon bald wieder die Nase voll von komischen Rollen, er wollte endlich anspruchsvolle Charakterrollen spielen. Die Wende kam im Jahr 1959, als er in dem Film ,,Fünf Patronenhülsen" einen jungen leidenschaftlichen Antifaschisten spielte. Ein Darsteller zeitgenössischer Figuren war geboren, der auch neben dem Komödianten bestehen konnte. Dennoch bleiben die großen Rollen weiterhin Mangelware.
Inzwischen war die Mauer gebaut worden (13. August 1961). Krug hoffte, der Sozialismus in Deutschland könnte einen anderen Verlauf nehmen, als er ihn dann tatsächlich genommen hat. Seine schauspielerische Karriere hatte in den Jahren 1960/61 einen großen Sprung nach vorn gemacht. Besonders ein Film hatte ihm die Gunst des DDR Publikums eingebracht. Es handelte sich um ein Werk, das sein bis dahin gelebtes Leben zur Vorlage nahm: ,,Auf der Sonnenseite" (1961). Es war sein endgültiger Durchbruch. Nach dem Erfolgsfilm ,,Auf der Sonnseite" kümmerte sich Manfred Krug mit neuem Elan auch um seine musikalische Karriere. Der Titelsong aus dem Film erschien im Februar des Jahres 1962 auf einer Single. Manfred hatte diese Karriere in der DDR konsequent weiterverfolgt. Er sang Schlager, Jazz, gab Konzerte, ging auf Tourneen, auch im sozialistischen Ausland. Seine Texte und die unbeschwerte Musik kamen bei den Menschen an.
Seine nächste erfolgreiche Platte ,,Jazz und Lyrik" erschien 1964. Aber er ruhte sich nicht auf seinem Erfolg aus und so erblickten zwei weitere Leinwandwerke das Licht des Projektors. Beim ersten ,,Der Kinnhaken", schrieb Krug das Drehbuch. Beim zweiten, ,,Beschreibung eines Sommers" spielte er nur eine kleine Rolle.
In beiden Filmen trat Krug als Alltagsheld einer DDR auf, die gerade dabei war, ihre Grenzen nach Westen, einschließlich des ,,antifaschistischen Schutzwalls" gegen Westberlin, zu festigen. Zwischen den Jahren 1961und 1968 tauchte Manfred Krug nicht mehr im Fernsehen auf. Umso häufiger dafür auf der Kinoleinwand . Er spielte Jazzsänger (,,Nebel", 1962), Mantel- und - Degen -Helden (,,Mir nach, Canaillen ,1964) und Hauptmänner(,,Käuzchenkuhle", 1969).
Im Jahr 1970 machte er wieder einen Abstecher zum Theater, in einer Rolle, die ungewöhnlich für ihn war. Manfred Krug spielte den Sporting Life in George Gershwins ,,Porgy und Bess". Die Premiere im Januar 1970 übertraf alle Erwartungen. Die Inszenierung lief danach über sechs Jahre lang an der Komischen Oper und förderte Manfred Krugs Karriere in erheblichem Ausmaß. Mit der siebenteiligen Serie, ,,Die Stülpner- Legende"(1972/73) startete Krug einen erneuten Versuch mit dem Fernsehen. Danach folgten Serien wie ,,Daniel Druskat" (1976/77) oder Spielfilme wie ,, Feuer unter Deck"(1976).
Noch während der Dreharbeiten zu ,,Das Versteck", im November 1976, hatte Krug eine Petition unterschrieben, in der prominente Künstler gegen die Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann protestierten. Am 16. April 1977 stellte Manfred Krug einen Ausreiseantrag. Sein Begehren auszureisen, begründete er damit, dass sich seit der Petition, die er unterschrieben hatte, sein berufliches und privates Leben völlig verändert hätte. Das Fernsehen der DDR hatte ihn von jeglicher Mitarbeit ausgeschlossen, mehrere Rollen waren ihm verloren gegangen. Die fertiggestellte Langspielplatte mit dem Titel ,,Die großen Erfolge" war nicht wie vorgesehen und angekündigt erschienen.
Am 1. Januar 1977 hatte Krug eine Reise zu seinem Bruder in der BRD beantragt, die er im März antreten wollte, doch er erhielt noch nicht einmal eine Antwort. In seinem Antrag auf Ausreise beschrieb Krug, wie er während seiner letzten Konzerttourneen von Kriminalbeamten offen observiert worden war. Aus diesen und anderen Gründen beantragte Krug nun die Ausreise in die BRD.
Nach dem Ausreiseantrag wurde Krug immer bewusster, wie sehr er sich an den Rand der Gesellschaft manövriert hatte. Plötzlich war er nicht der liebe nette ,,Manne", sondern ein Staatsfeind.
Manfred Krug beginnt mit dem 19. April 1977 ein Tagebuch der laufenden Ereignisse. Krug ist soweit, dass er auch unbescholtene Männer für Stasi - Mitarbeiter hält. Am 2. Mai meldet sich der Kulturminister bei Krug und "lädt" ihn zu sich ein. Krug ist klar, dass dies das entscheidende Gespräch sein wird, er weiß was der Auftrag seines Gegenübers ist, um jeden Preis einen Skandal zu verhindern, dass Krug geht. Das Gespräch geht ohne eine Einigung zu Ende. Der Nervenkrieg geht weiter. In den Wochen darauf folgen viele Gespräche mit Parteifunktionären, die Krug aber nicht von seiner Entscheidung abbringen.
Am 20.Juni 1977 zieht Krug unter intensiver Anteilnahme der West - Presse mit Ehefrau Ottilie und den Kindern Daniel (geb.1964), Josephine (geb1965) und Stephanie (geb. 1970) nach Westberlin. Rückblickend erscheint Manfred Krug der Umzug in den Westen zwar aufwendig, aber doch ganz normal.
Eine Woche später schon tritt Krug in der Fernsehshow ,,Niemand liebt Dich so wie ich" auf, ist Gast in der WDR Talkshow von Reinhard Münchenhagen und kümmert sich intensiv um Aufträge. In der nächsten Zeit folgten viele Angebote, die Krug meist aber ablehnte, da die Bezahlung in keiner Weise mit der Arbeitsleistung übereinstimmte. Der Wechsel von Ost nach West schien gelungen. Dennoch, er hatte sein Publikum verloren und ein neues noch nicht endgültig gefunden. Der Schauspieler fühlte sich trotzdem nach seinem Weggang aus der DDR in seiner neuen Heimat gleich zu Hause. ,,Heimat ist für mich weiter dort, wo man mir gestattet zu wählen, ob es meine Heimat bleiben soll oder nicht." Ganz neu musste Manfred Krug allerdings auch nicht anfangen. Immerhin hatte er seinen LKW- Führerschein dabei, den Krug für seine alten Road Movies wie ,,Weite Straßen- Stille Liebe" oder ,,Wie füttert man einen Esel " benötigt hatte, so konnte er auch im Westen Dreißigtonner fürs Fernsehen besteigen. „Auf Achse“ nahm seinen Anfang. Eine zunächst auf 13 Folgen gedachte Vorabend- Serie, in der Krug den Franz Meersdonk spielt, der durch ganz Europa, Asien und Afrika düst.
In der Anfangszeit im Westen konnte sich Krug durchaus vorstellen, auch Szenen und Filme zu spielen, mit denen er sich nicht identifizierte. Trotzdem wollte er nie jemand sein, der als Darsteller beliebige Aufträge annimmt, um bekannt zu werden. Hinter seine Ansichten als kritischer Sozialist, der er bleibt und ist, geht er nicht zurück. In ,,irgendeinem fiesen Kalten- Kriegs -Chor gegen die DDR singe ich jedenfalls nicht mit" machte er schon gleich nach seiner Ankunft im Land der ,,Bild" Zeitung deutlich. Manfred Krug präsentierte sich im Westen als Schauspieler, nicht als Drehbuchautor oder Regisseur, obgleich er in der DDR in einer Weise an Filmen mitgearbeitet hatte, die ohne Übertreibung als CO- Autorenschaft zu bezeichnen ist. Auch in ,,Auf Achse" (1978) begann er sofort, an Szenen und Dialogen zu arbeiten. Obgleich der Ausschlag für seine Hauptrolle in ,,Auf Achse" anfänglich die Tatsache gewesen war, dass die Produktionsfirma die notwendige Ausbildung eines bis dahin vorgesehenen anderen Stars zum LKW- Piloten nicht mehr finanzieren wollte, erwies sich Krugs Engagement als Glückstreffer. Die Serie schlug ein.
Von da an waren Filmangebote keine Mangelware mehr. Im Jahr 1979 kam auch das Fernsehen auf den Sänger, Musiker und Entertainer zurück. Manfred Krug drehte nun Film um Film und so gab er 1984 im NDR sein" Tatort"- Debüt als Kommissar Paul Stoever. 1984 setze sich Krug mit seinem alten Freund Jurek Becker an einen Tisch um über eine neue Serie in Berlin spielend zu beraten. ,,Liebling- Kreuzberg" war geboren. Nach etlichen Konzepten begann 1985 der Dreh für die TV -Serie, die zunächst für sechs Folgen geplant war. Ende 1988 lief aufgrund des großen Erfolges dann die zweite Staffel an, dreizehn Folgen der beliebten Vorabendserie. Manfred Krug war neben Becker und Schirk dafür mit dem ,,Adolf Grimme Preis" in Gold ausgezeichnet worden (1986).
Zwischendurch lies sich Krug auch mal wieder überreden, eine Theatertournee zu machen.
“Der zerbrochene Krug“ von Kleist, weil den Schauspieler fast alles mit dem Dorfrichter Adam verbindet- jedenfalls rein äußerlich.
1993 übernimmt Krug eine Rolle in dem Kinofilm ,,Der Blaue" der sich als erster Film mit dem Thema Verrat und Vergangenheitsbewältigung in Zusammenhang mit der Stasi auseinander setzt. Mitte der Neunziger Jahre entschließt sich Krug seine Tagebuch Aufzeichnungen zu veröffentlichen und bringt so 1996 das Buch ,,Abgehauen" heraus, in dem Krug die Ereignisse von der Biermann Ausbürgerung bis zu seiner Ausreise schildert. Die Verfilmung des Buches erfolgt zwei Jahre später.
Am 7. Januar 2001 wird die letzte Folge ,,Tatort" mit Krug in der Rolle des Kommissars gesendet.
Bei einer Lesung liest Manfred Krug Passagen aus seinen bisher veröffentlichten Büchern oder heitere Kurztexte. Sie stammen teilweise aus seiner Feder, oder aus den Veröffentlichungen der Postkarten, die ihm sein Freund und langjähriger Weggefährte Jurek Becker aus aller Welt geschickt hat. Dessen trockener Witz und Esprit gepaart mit Krugs begnadetem Vermögen, diese Bonmots auch wirkungsvoll vorzutragen, sorgen für Heiterkeitsausbrüche.
USCHI BRÜNING
Seit den siebziger Jahren gilt Uschi Brüning unangefochten als die herausragende Jazzsängerin Deutschlands. In ihrer Laufbahn hat sie Erfahrungen mit Pop-, Rock- und Soul-Beeinflusster Musik sowohl als Interpretin liedhafter Kompositionen gesammelt, sich jedoch gleichermaßen instinktiv und künstlerisch folgerichtig der Zusammenarbeit mit führenden Jazzmusikern zugewandt.
Uschi Brünings Ausdrucksspektrum reich von Jazzstandards, die sie auf ganz persönliche Weise zu beleben vermag, bis hin zum abenteuerlichen Bereich der freien Improvisation, in dem sie durch ungezügelte Expressivität ebenso zu überzeugen weiß, wie durch Formbewusstsein und sensible Gestaltungskraft. Ihre kontinuierliche Profilierung als improvisierende Sängerin spiegelt sich nicht zuletzt in einer seit Jahren steigenden internationalen Wertschätzung wider.
„Uschi Brüning begann als Gitarristin und Bassgitarristin in Amateurbands. Der Durchbruch als Sängerin gelang ihr Anfang der siebziger Jahre, nachdem sie im „Ringcafé“ Ihrer Heimatstadt Leipzig entdeckt worden war. Mit den Bands von Günther Fischer und Klaus Lenz sang sich Uschi Brüning in die Herzen einer bald wachsenden Fan-Gemeinde. Ihr Selbstanspruch hat sie weitergetrieben und rückblickend beinahe folgerichtig den Weg zum Jazz finden lassen.
Vielseitigkeit zählt zum Anliegen dieser Sängerin, die sich schon zu Beginn ihrer Laufbahn nicht einengen und auch heute nicht stilistisch festschreiben lassen will. So hat sie beispielsweise ein eigenes Gospel-Programm gestaltet, sich aber in der gleichen Phase ihres Schaffens in die musikalisch spontan agierende Gruppe CANAILLE eingebracht.
Der Saxophonist Ernst-Ludwig Petrowsky, mit dem die Sängerin im Leben und in der Musik verbunden ist, sprach ihr Mut zu und nahm sie mit auf die nun sehr viel kleineren Bühnen des zeitgenössischen Jazzmusizierens. So gewann Uschi Brüning ein neues, internationales Publikum. Konzertreisen führten das Duo kreuz und quer durch Europa und bis nach Indien.
Neben Ausflügen in die Grenzbereiche von freier Improvisation und Neuer Musik begeben sich Uschi Brüning und Ernst-Ludwig Petrowsky als Mitwirkende des EUROPEAN JAZZ ENSEMBLE zu jazzmusikalischen Gipfeltreffen. Mit der Gruppe ENFANT, einer Quintettbesetzung, die beide auch als „Cross-Over-Projekt“ bezeichnen, entstand eine Plattform die es Uschi Brüning erlaubt, viel von der Bandbreite ihrer musikalischen Erfahrung einzubringen. Da ist sie auf einmal wieder der Pop-Star und doch die gereifte Jazzsängerin. Da ist sie noch immer die bescheiden lächelnde, fast bühnenscheue Vokalistin und zugleich die im Umgang mit Improvisation erfahrene und selbstbewusste Persönlichkeit.“
MARC SECARA
Schon früh zieht es das vielseitige Talent auf die Bühne. Mit 15 Jahren gründet er seine ersten eigenen Bands. Nach dem Abitur studiert Marc Secara, Jahrgang 1976, an der Berliner Musikhochschule "Hanns Eisler" (Abschluss mit Summa Cum Laude 1) und erhält ein Stipendium am Berklee College of Music in Boston. Aber auch die deutsche Nachwuchsschmiede für hochbegabte Musiker, das Bundesjugendjazzorchester, unter der Leitung von Peter Herbolzheimer, ist eine hervorragende Schule.
Mit 20 Jahren folgten die ersten großen Tourneen, Plattenproduktionen und Rundfunkkonzerte. So ist er zum Beispiel einer der jüngsten Gaststars und Solisten des renommierten Hessischen Rundfunk Jazz Orchesters. Inzwischen ist Marc Secara mit wechselnden Besetzungen in ganz Europa auf Tournee, gastierte in Amerika und war im Jahr 2001 der weltweit erste westliche Künstler, der in der Islamischen Republik Iran auftreten durfte. Bei einer erneuten Irantournee im Jahr 2002 gewinnt er mit seiner Gruppe gar den 1. Preis als „Bestes Ensemble“ des Landesweit wichtigsten Musikfestivals „Fadjr“.
Seit dem Jahr 2000 sorgt Marc Secara mit seiner eigenen Big Band für Aufsehen: Das Berlin Jazz Orchestra unter der Leitung des ehemaligen RIAS-Dirigenten Jiggs Whigham hat sich rasant einen klingenden Namen erspielt und seinen festen Platz in der internationalen Big Band Szene eingenommen.Im Jahr 2003 sang und moderierte er vor 5.000 begeisterten Zuschauern bei dem Berliner „Classic Open Air“.
Im Jahre 2004 waren Marc Secara und sein Orchester „kulturelle Botschafter“ der Bundesrepublik Deutschland und bereisten im Auftrag des Auswärtigen Amtes die neuen EU Mitgliedsländer. Insgesamt viermal stand Marc Secara bereits für Bundespräsident Johannes Rau auf der Bühne. Im Herbst 2006 hat Marc Secara die große Ehre sich im Rahmen einer großen Bert Kaempfert Deutschlandtournee in die illustre Gesellschaft von Frank Sinatra, Tony Bennett oder Nat King Cole einzureihen. Als Solist mit der HR Big Band, Streichern und Chor wird er in ganz Deutschland zu sehen sein.
Weiteres Highlights 2006 war die Produktion der neuen BERLIN VOICES Platte. Das BERLIN JAZZ ORCHESTRA arbeitet mit Producer Robert Matt weiterhin an der Platte "German Swings - Von Knef bis Grönemeyer"
ERNST-LUDWIG PETROWSKY
Ernst-Ludwig Petrowsky, deutscher Jazz-Saxophonist, geboren am 10. Dezember 1933 in Güstrow ist ein deutscher Jazzmusiker. Neben seinem Wirken als Saxofonist, Klarinettist und auf der Flöte ist er auch als Komponist und Autor tätig.
Der Autodidakt Petrowsky gilt als einer der Urväter des Jazz in der DDR. Bereits seit Mitte der 1950er Jahre spielte er in verschiedenen Formationen, später wurde er Gründungsmitglied des für den DDR-Jazz wichtigen Manfred Ludwig Sextett und musizierte u.a. mit Joachim Kühn, Dorothy Ellison und Ruth Hoffmann. 1971 gründete er mit Ulrich Gumpert die Jazzrockband SOK und gehörte 1973 zu den Gründern der Freejazzformation Synopsis. Seit 1972 arbeitete er in verschiedenen Formationen mit dem Bassisten Klaus Koch zusammen.
Luten Petrowsky spielte in den verschiedenen Gumpert Workshop Bands und ab 1984 beim Synopsis-Nachfolger, dem Zentralquartett. Er interpretierte auch Kompositionen von Paul-Heinz Dittrich, Georg Katzer und Friedrich Schenker, mit dem er auch improvisierte. Besonders populär wurde er seit 1983 durch seine gemeinsamen Konzerte mit der Sängerin Uschi Brüning.
Petrowsky spielt regelmäßig mit der George Gruntz Concert Jazz Band in Europa und den Vereinigten Staaten. Er war Mitglied im European Jazz Ensemble, in der Günter Lenz Springtime und dem Tony Oxley Celebration Orchestra. Er ist seit langen Jahren auch im Globe Unity Orchestra aktiv.
Petrowsky war Träger des Nationalpreises der DDR. 1997 wurde er mit dem Deutschen Jazzpreis ausgezeichnet. Petrowsky ist einer der bedeutendsten deutschen Musiker des modernen Jazz und hat bisher ca. 70 LPs und CDs eingespielt.
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